Während im Park nebenan Tauben in der Frühlingsonne turtelten, Eichhörnchen sich jagten, Erpel am Kanal aufgeregt auf und ab flatterten, herrschte auf dem Kirchplatz erstmals in diesem Jahr wieder buntes Markttreiben. Der Kraut- und Rübenmarkt startete in seine elfte Saison. Fünfzehn Händler aus der Region boten ihre Waren feil. Darunter auch einige Neulinge wie Heike Tinter aus Berlin. Sie bot ihre Keramikarbeiten dar. „Ich bin hier sehr freundlich und zuvorkommend aufgenommen worden, und werde bestimmt wiederkommen“,

  Händler freuen sich auf Wiedersehen  Petty Reinhard und Detlef Kunkel vom weinberg Zesch
Gerhard Raschke aus dem Ortsteil Schönefeld - Nuthe- Urstromtal  Heike Tinter, Keramikerin aus Berlin

so ihr erster Eindruck. Marie-Luise Faber aus Lindenbrück bot vor allem sehr geschmackvoll gestaltete Gebrauchskeramik an.

Petra Reinhard und Detlef Kunkel, Vorstandsmitglieder des Vereins zur Förderung des historischen Weinbaus in Zesch, präsentierten den Weinberg Zesch, seine Geschichte, und die Aktivitäten der Vereinsmitglieder zu seiner Wiederbelebung. „Mit der ersten Lese“, so Petra Reinhard, „rechnen wir schon vielleicht in diesem Jahr, auf jedem Fall aber 2016“. Die Trauben sollen dann im Weingut Hanke in Jessen gekeltert werden. Zur Probe wurde schon einmal von dort gekelterter Wein gereicht. Am Marktstand des Weinanbaus und Weinhandels, Jürgen Rietze aus Luckau konnten die Besucher bereits verschiedene Weinsorten aus dem Weinanbaugebiet Brandenburg kaufen. http://www.wein-land-brandenburg.de/Service/Links/Luckau/luckau.html

Wer vom Marktplatz aus über den Markt schlenderte traf als erstes  auf das umfangreiche Angebot von Pflanzen und Stauden der Gärtnerei Erich Raschke aus dem Ortsteil Schönefeld in Nuthe-Urstromtal. So hatte Erich Raschke unter der Friedenseiche eine Schattenecke eingerichtet, in der die Hobbygärtner gleich die Pflanzen finden konnten, die auch bei Ihnen an einem schattigen Plätzchen sich wohlfühlen könnten. Darunter Immergrün in weiß und violett, Salomonsiegel und der italienische Aronstab. An anderer Stelle die Salat- und Kohlrabipflanzen, aber auch unzählige Blumen- und Staudenpflanzen hatten ihren Platz. Erich Raschke nach seinen Eindrücken vom Markt gefragt: „Der Markt selbst läuft immer gut, nur der Aufbau ist immer etwas stressig.“ Bei diesem Angebot auch kein Wunder.

Beim weiteren Rundgang über den Markt stellten die Besucher jedoch fest, neben Gartenpflanzen, Honig und Wein, wurde auf dem Markt auch gestrickt und Strickwaren zum Verkauf ausgelegt, ebenso wie Keramik und allerhand andere selbstgefertigte Dinge. Den Marktleiter Kurt Liebau danach gefragt, was dies alles mit Kraut- und Rüben zu tun habe, seine Antwort: „Wir sehen dies nicht so eng. Hauptsache die Angebote stammen aus der Region, sind selbst hergestellt und nicht industriell gefertigt.“

In der Mitte des Marktes der Marktleiterstand. Der selbstgebackene Kuchen immer ein Genuss. Dank den BAZ-Mitgliedern, Brigitte Klein, Elisabeth Kunkel, Dora und Lutz Hänicke konnten Besucher und Händler wieder selbstgebackenen Kuchen genießen. Wer keinen Kuchen mochte, ließ sich von Eckis Feldküche verwöhnen.

Aus der Region für die Region. Natürlich könnten Besucher viele der angebotenen Produkte in industrieller Ausfertigung auch im Supermarkt erhalten, vielleicht auch billiger. Dann haben diese jedoch meist bereits eine halbe Weltreise hinter sich. Andere Produkte sind aber auch nur hier zu bekommen. So wenn Erich Raschke 10 Pfefferminzarten oder wie im letzten Jahr 50 verschiedene Tomatensorten anbietet. Ganz zu schweigen von den Handarbeiten.

Die alten Hasen auf dem Markt bekundeten einhellig, nach der langen Winterzeit freuten sie sich auf ein Wiedersehen auf einem Markt mit einer fast familiären Atmosphäre.

Text und Fotos Dr. Rainer Reinecke