Bildung und Aufklärung Zossen e.V.

Eine andere Welt ist möglich

Zossener Märkte – gestern und heute

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Nachdem am 11. Juli die Möglichkeit für Interessierte bestand, sich über Dichter und Schriftsteller aus fünf Jahrhunderten Zossener Stadtgeschichte zu informieren, sollen am 8. August im Rahmen einer kleinen Ausstellung Eindrücke vom Markttreiben in Zossen präsentiert werden.

Ab wann in Zossen Markt gehalten wurde wurde läßt sich nicht genau bestimmen. Zossen war über Jahrhunderte Bestandteil der Grenzregion zwischen dem Teltow und der Lausitz. Es ist deshalb nicht unwahrscheinlich, dass in Zossen bereits unter den Herren von Zossen, den Torgows, im 14. und 15. Jahrhundert Märkte veranstaltet wurden. Schriftliche Zeugnisse darüber wurden bisher aber nicht gefunden. Allerdings brachten die archäologischen Grabungen im Zusammenhang mit der Innenstadtsanierung Zossens Hinweise auf mögliche Märkte in Zossen bereits im Mittelalter. So war bereits um 1270 der Marktplatz mit Bohlen ausgelegt, einer damals hier verbreiteten Form der Wege- und Flächenbefestigung, die erst nach 1480 durch Pflaster ersetzt wurde.

 

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10 Jahre Kraut und Rübenmarkt
Ehemalige und Heutige

Über die Entwicklung städtischer Märkte sind wir erst mit der Verleihung städtischer Privilegien aus dem Jahr 1546 durch den Kurfürsten Joachim II. Informiert. In jenem Jahr erhielt Zossen das Recht auf einen „freien Wochenmarkt“ und die Errichtung einer Waage auf dem Markt samt Erhebung eines Standgeldes durch die Stadt. Wann der erste Wochenmarkt stattfand ist ebensowenig überliefert wie die Errichtung der ersten sogenannten „Ratswaage“. Die noch existierende mit dem Baujahr 1713 befindet sich heute auf der Burg in Bad Belzig. Sie soll noch in Zossen ausgestellt werden. Reich ist Zossen durch die Marktprivilegien nicht geworden. Aber zu den Wochenmärkten kamen im Laufe der Zeit noch Vieh- und Pferdemärkte sowie Jahrmärkte bzw. Krammärkte hinzu. Diese Märkte hatten bis zur Weiterentwicklung der Verkehrswege (Fernstraßen und Eisenbahn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts) eine wichtige Versorgungsfunktion für die Stadt und die umliegenden Dörfer zu. Mit Auto und Bahn waren die Menschen dann immer weniger auf die lokalen Märkte angewiesen. Bis Ende Ende des Zweiten Weltkrieges hielten sich die Märkte noch, insbesondere die Jahrmärkte wurden zu Volksfesten.. Später gab es zwar Versuche der Wiederbelebung des Marktreibens in der Stadt, aber diese konnten  nicht mehr an das vorherige Niveau anknüpfen.

Heute gibt es jeweils Donnerstags einen kleinen städtischen Wochenmarkt, der insbesondere wegen der angebotenen Lebensmittel unter der älteren Bevölkerung

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Die Atmosphäre auf dem Kraut- und Rübemarkt lädt
auch immer zum Gespräch ein

sehr beliebt ist.

Seit nunmehr 16 Jahren, veranstaltet der Bildung und Aufklärung Zossen ehrenamtlich den „Kraut- und Rübenmarkt“. Er findet jeweils von April bis September am 2. Sonnabend im Monat sowie zu Erntedank. Ziel des Marktes ist es regionale Produkte und Produzenten zu unterstützen und damit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Hier kann man Freunde treffen und in stressfreier Atmosphäre miteinander reden.

Wer nun wissen möchte was in früheren Zeiten auf den Zossener Märkten passierte, wie hoch die Einnahmen Zossens aus den  Märkten waren und wie es heute auf dem „Kraut- und Rübenmarkt“ in Zossen zugeht, ist herzlich eingeladen, am 8. August den Markt und die Ausstellung zum Zossener Marktleben zu besuchen und sich selbst ein Bild zu machen. . Die Händler und die Marktleiter freuen sich auf Ihren Besuch ab 9 Uhr. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Kurt Liebau

Bildung und Aufklärung Zossen e.V.

Fotos und Abbildungen Kurt Liebau

 

Aktuelles

Termine für Kraut- und Rübenmärkte

Termine für die Kraut- und Rübenmärkte 2020
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Historiker Dr. Heinrich Kaak wird den Festvortrag zu 700 Jahre Ersterwähnung von Zossen halten.
26. Sept. 2020, 16:00 Uhr

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Am 12.09. findet der nächste Kraut- und Rübenmarkt auf dem Kircholatz in Zossen statt.


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